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Zur Darstellung der Geschichte des rheinischen Schützenwesens allgemein, wie der St. Sebastianus Schützenbruderschaft im besonderen konnte ich mich zweier Schriften bedienen. Da ist zunächst Heinrich Joppens Geschichte der Schützenbruderschaften des Kreises Jülich, 1960 im Fischerverlag als Band 3 der Heimatkundlichen Schriftenreihe des Jülicher Landes erschienen. Was das spezielle Aldenhovener Schützenwesen betraf, verwandte auch Joppen eine umfassende Broschüre, die der ehemalige Aldenhovener Amtsrichter Dr. Moritz 1908 veröffentlichte. 
Die Anfänge des Schützenwesens liegen im Dunkeln. Bei ihrem ersten urkundlich belegten Auftreten sind die Bruderschaften bereits voll organisierte Verbände mit Tradition. Es gibt keine ältere Schützengesellschaft, die im Besitz ihrer originalen Gründungsurkunde wäre. Das Gründungsjahr von Bruderschaften, die schon vor 1600 in Erscheinung traten, steht im allgemeinen nicht fest. Als Anlass für die Gründung einer Schützenbruderschaft dienten meist äußere Notfälle wie Krieg, Straßenraub oder Seuche. Andere Bruderschaften sind die Nachahmung bereits bestehender Gesellschaften und sollten von vornherein nur die Dorfgemeinschaft festigen. Im Wesen der Bruderschaften überschnitten sich kirchlich - religiöse Interessen mit solchen politisch - militärischer Art. Letzteres gilt unbedingt für die Schützenbruderschaften von Städten und befestigten Orten. Für unseren Bereich also Jülich, Linnich, Titz, Hambach und die Markfeste Aldenhoven. 
Das Bruderschaftsgebiet konnte sich über eine Unterherrschaft erstrecken wie in Laurensberg mit der Ausnahme von Niedermerz, über einen Dingstuhl wie Freialdenhoven oder über einen Ort allein wie in Aldenhoven. 
Schützenbruderschaften waren eigenständige Körperschaften, die sich selbst ihre Satzungen gaben. Diese ,,Regeln“ wurden mehrfach geändert und verbessert, 1622 etwa in Aldenhoven. Die Mitglieder hatten einen christlichen Lebenswandel zu führen, karitatives Verhalten besonders gegenüber anderen Schützenbrüdern an den Tag zu legen und zu bestimmten Festtagen, Gottesdiensten wie Prozessionen beizuwohnen. Mitglied konnten nur einheimische und unbescholtene Personen werden. Joppen meint, die Aldenhovener Schützenbruderschaft habe auch Frauen aufgenommen. Die von ihm angeführte Moritz - Passage scheint mir dies nicht zu sagen. Das Eintrittsgeld war in den Bruderschaften verschieden hoch, es änderte sich hin und wieder. Der Neuling hatte Folgsamkeit gegenüber den Satzungen zu geloben. Für die Einhaltung der Satzungen musste der Brudermeister sorgen.

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Vorbild Sebastianus

 

Häufigster Schutzpatron der Bruderschaften des Jülicher Landes ist der Pestheilige Sebastianus. Dieser Heilige entspricht analog dem weltlich - kirchlichen Schützengedanken der Forderung nach militärischer Tapferkeit und christlichem Bekennertum. Er war Befehlshaber der kaiserlichen Leibwache unter Diokletian und fiel 290 n. Chr. unter den Pfeilen von Bogenschützen, da er dem Christentum nicht abschwören wollte. 
Das Alter der mittelalterlichen Schützenbruderschaften ist nicht genau zu ermitteln. Der Linnicher Heimatforscher Oidtmann schreibt dazu über Bruderschaften an befestigten Orten: ,,Mauern und Schützengesellschaften sind gleichzeitig entstanden.“ Gemäß mittelalterlicher Symbolauffassung besaßen alle Bruderschaften Fahnen. Zumeist die Bruderschaftsfahne, die Schwenkfahne und die Trauerfahne. Begehrt war die Stelle des im Blickmittelpunkts stehenden Fahnenträgers. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts nimmt die alte Tradition des Fahnenschwenkens ein Ende. Es wurde bis dahin nach einem ausgeklügelten Ritus vorgenommen. Große Bedeutung kam der Schützentruhe zu. Sie enthielt Urkunden und andere Dokumente. Vor allem aber das wertvolle Königssilber. Die Truhe konnte nicht von einem Schützenbruder alleine geöffnet werden. Die Schlüssel zu den Schlössern waren auf mehrere Vorstandsmitglieder verteilt. Als Zentrum des Lebens in der Bruderschaft diente das Schützenhaus. Früher in vielen Orten anzufinden, gibt es eine Schützenhalle oder ein Schützenhaus für den Bereich des Jülicher Landes nur noch selten. 
An der Spitze der Bruderschaft stand seit alters her der Brudermeister. Er wurde von der Generalversammlung in der Regel für ein Jahr gewählt. Aldenhoven kannte gar gleich zwei Brudermeister, den „älteren“ und den „jüngeren“. Brudermeister mussten die Verwaltung der Gesellschaft führen, interne Streitigkeiten schlichten und Übertretungen der Satzung bestrafen. Unterstützung fanden sie bei den gewählten Beisitzern. Diese bildeten in Aldenhoven wie in Dürboslar und Freialdenhoven zusammen mit dem König und den Brudermeistern den ,,Siebener Ausschuss“. Das Amt des Brudermeisters war ehrenamtlich.

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Königskette 1560

 

Bürgerturniere

 

Höhepunkt im Schützenjahr war das Königsvogelschießen. Man zog feierlich zur Schützenwiese. Dort war der Königsvogel auf einer Stange aufgerichtet. Mit schießen durfte von den Schützenbrüdern nur der, der auch die festgelegte Einlage beglichen hatte. Der König hatte nach altem Brauch den ersten Schuss, den Ehrenschuss. Ihren gezogenen Losnummern nach folgten die Schützenbrüder. Auf der Schützenwiese fanden während des Schießens Volksbelustigungen statt. Man denke an Stangenklettern, Sackhüpfen und Eierlaufen. Wer den letzten Rest vom Vogel abschob, war der neue König. 
Zur B1ütezeit der Schützen im 15. und 16. Jahrhundert entstanden die Schießspiele. Die ,,Waffenfeste des deutschen Bürgers“, das bürgerliche Gegenstück also zum ritterlichen Turnier. Eines dieser Schießspiele ergab sich 1457, in Linnich. Aldenhovens Schützen waren nachweislich dabei. Vor mehr als 500 Jahren also. Den heutigen Geldvogel kannten die Altvorderen als ,,Zinnvogel“. Wer bestimmte Teile eines hölzernen Vogels abschoss, errang festgelegte Zinnpreise wie Teller, Kannen usw. Wie heute konnte jedermann nach Entrichtung einer Gebühr daran teilnehmen. Der König war schon immer das repräsentative Aushängeschild der Bruderschaft. Seit eh und je trug er bei feierlichen Anlässen die Königskette. Innerhalb seiner Schützen genoss er einige Vorrechte. Darunter fiel die Befreiung vom Wachdienst, aber auch die Nutzung schützeneigenen Wiesengeländes konnte hinzukommen. Von Hand- und Spanndiensten war er mancherorts befreit. Einer seiner Lasten verdanken wir die oft recht prächtigen Königsketten. Sie mussten vom jeweiligen Würdeninhaber um ein Silberschild erweitert werden. Für die gesamte Bruderschaft hatte der König ein Essen zu geben, in Aldenhoven ,,Königsburg“ genannt. Hinzu kamen von Ort zu Ort verschieden an bestimmten Tagen unterschiedliche Mengen Bier. Wem dreimal hintereinander der Königsvogelschuss glückte, war ,,Kaiser“ und blieb im Besitz der Kette. Die silberne Königskette, Attribut jeder Bruderschaft, war in ihrer Grundausstattung oft eine Stiftung des Landesherrn. So auch in Aldenhoven. Dort weist der bis heute erhaltene Königsvogel an der Kette darauf hin. Die jährliche Erweiterung der Kette um das Silberschild des Königs ist seit 1600 üblich. Es enthielt den Namen des Königs und das Jahr seiner Würde. Verständlich, daß diese Ketten im Laufe der Jahrzehnte ein nicht unbeträchtliches Gewicht annahmen. Teilweise ging das Silber, aus welchen Gründen auch immer, verloren, teilweise wurde es zu wohltätigen Zwecken veräußert. Auch die Bruderschaftskasse konnte von solchen Verkäufen profitieren.

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Glaubenskämpfer

 

Mit dem Verlust ihrer Wehrbedeutung wandelten sich die Bruderschaften im 18. Jahrhundert zu rein geselligen Vereinen mit schießsportlichen Ambitionen. Freilich achtete im Jülicher Land der Landesherr auf das Einhalten der Bruderschaftsdisziplin zumindest bei den Prozessionen. Auch hatte die katholische Kirche im Rheinland seit der Reformation ein wesentliches Interesse am Weiterbestehen ,,ihrer“ Schützenbruderschaften. Sie verstand ihr Auftreten als Zeichen der Glaubenstreue. Der Einmarsch der Franzosen ließ die Bruderschaften ihres Vermögens durch Erklärung zum Nationalgut verlustig gehen. Manche Bruderschaften gingen unter, andere arrangierten sich nach dem Konkordatsjahr 1801 mit den frankophonen Machthabern. Unter den Fittichen des preußischen Adlers führten die rheinischen Schützengesellschaften ihr altes Leben seit 1815 ungestört weiter. 
Nach dem ersten Weltkrieg sahen die Besatzungsmächte im Rheinland das Schützenbrauchtum nicht gerne. Es war ihnen zu militärisch. Später unternahmen die Nationalsozialisten den Versuch ihrer in allen Bereichen gern praktizierten Gleichschaltung. Das Rheinland und seine Schützen war katholisch, die ,,Bewegung“ hatte hier ohnehin nicht den besten Stand.

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Die schützen vom alten Turm

 

Joppen schreibt zur Geschichte der Aldenhovener St. Sebastianus Schützen nach Moritz: 
,,An der Königskette der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Aldenhoven befindet sich ein silberner Vogel (Taube), der auf dem Kopf eine Krone, auf der Brust das Aldenhovener Wappenschild mit dem jülischen springenden Löwen im Felde und um den Hals die Inschrift trägt: ,Alten 1533 Hofen.’ Nach mündlicher Überlieferung soll der Vogel ein Geschenk des Jülicher Herzogs Johann des Friedfertigen sein (1511-1539). Das Jahr l533 hat die Bruderschaft bisher als ihr Gründungsjahr angesehen. Hierzu erschien von Amtsgerichtsrat Dr. Moritz eine gediegene Festschrift: ,Aus der Geschichte Aldenhovens und seiner Schützenbruderschaften.’ (d. Verf. richtig: Schützengesellschaften) . gelegentlich der Denkmäler - Aufnahme für den Kreis Jülich um 1900 wurde im Stadtarchiv Linnich ein notariell beglaubigter Auszug einer Rechnung aufgefunden, die besagt, dass 1457 in Linnich ein größeres Schützenfest stattgefunden hat, an dem die Schützen von Aldenhoven teilnahmen. Über das älteste Leben und Treiben der Schützenbruderschaft wissen wir nichts. Die ältesten bekannten Satzungen stammen aus dem Jahre 1622. In dieser Satzung ist die Rede vom Schießen mit der Armbrust und der Büchse. Beide Waffen werden also nebeneinander gebraucht. Im Artikel 6 heißt es: „Es soll auff dem Pfingstmontag jeder Zeit biß Armbrust - Schießen gehalten und redlich vollentzogen werden binnen der Vest Aldenhoven .“ Im Artikel 8 heißt es: „Es sollen diejenigen so mit den Büchsen schießen das Roer allein mit einer Kuchell versorgen ...“ Jährlich sollen von den Schützen zwei neue Brudermeister und ein „Siebener Ausschuss“ gewählt werden. Diese hatten die Verwaltung der Bruderschaft zu führen, Streitigkeiten zu schlichten und Übertretungen zu bestrafen. Sie erstatteten alljährlich am Patronatsfest Bericht über das abgelaufene Jahr und legten Rechnung über den Verbleib der Einnahmen. Mitglieder konnten nur ehrsame, über 18 Jahre alte, einheimische Personen (Männer und Frauen) werden. (d. Verf.: Hier dürfte Joppen irren. Der weitere von Moritz überlieferte Satzungstext lässt auf nur männliche Mitglieder schließen. Im übrigen ist die Vorstellung, eine gewöhnliche Frau habe 1622 mit einer Büchse oder Armbrust auf einen Königsvogel geschossen, ebenso absurd wie die Aktivität einer Frau in einer früheren Schützenbruderschaft überhaupt). Sie wurden vom Brudermeister in ein Verzeichnis eingetragen. Das Eintrittsgeld betrug 1 Rthlr. Die Beitragsfreiheit des Schmiedes und des ,,Eßernen“ wurde später aufgehoben, sie bekamen ihre Arbeit bezahlt. An Pfingstmontag war der Königsvogelschuß. Jeder Schütze musste dazu als Einlage 6 Albus zahlen. Die Brudermeister und der Fähnrich waren von der Einlage frei, die Mitglieder des „Siebener Ausschusses“, auch Schöffen genannt, zahlten als Einlage sieben Stüber. Dem König des vorangegangenen Jahres gebührte beim Schießen , wie alters brauchlich, der erste Schuss. Die übrigen Schützenbrüder schossen entsprechend der gezogenen Losnummer. Der König erhielt die von den Schützen gezahlte Einlage. Es wurde ihm nach genügender Sicherheitsleistung der „gemeine Schützen Vogel“ ausgehändigt. Er wurde ihm vom Brudermeister um den Hals gehängt. Sodann wurde der König in geordnetem Zug in ein „unverdegtigß Würtshauß“ geleitet. Bei dieser Zusammenkunft herrschte strengste Ordnung. Abends hatte die Bruderschaft ihren „König und Haupt“ nach Hause zu führen. Der König war verpflichtet, ein Ohm Bier zu schenken. Am Dienstag nach dem Pfingsttag sollte er „seine Burg halten“, d. h. der König musste auf seine Kosten der Bruderschaft ein Essen geben .... An die Königskette musste er ein Königsschild im Werte von I Rthlr. stiften. Wenn er dieser Verpflichtung nicht nachkam, sollte der Schützenbote ihm Rohr oder seinen Bogen abnehmen, bis gezahlt war. Am Sonntag nach Gottestracht musste der König einen neuen Vogel (Zinnvogel) aufrichten - auf seine Kosten. Außerdem 3 Rthlr. zum „Kleinod“ legen. Der König hatte 6 Morgen Land steuerfrei und war dienst- und wachfrei. Wer 3 Jahre nacheinander den Vogel abschoss gewann das Kleinod (Königskette). Es stand der Bruderschaft aber frei ,,den silbernen Vogel mit allen appertinentys mit sechs Rthlr. zu endneinern.“

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Königskette 1949 - 2000

 

Das alte Silber der Könige

 

,,Interessant ist die Geschichte des Königssilbers. Die Königskette bestand früher aus dem silbernen Brudervogel von 1533, 3 Medaillons und 57 Schildern. Ein Großteil ist nach dem Protokollbuch im Laufe der Jahre veräußert worden. Das älteste Königsschild von 1632 ist von Johannes Garzweiler und trägt auf der Rückseite die Inschrift: „Mitfinder des Gnadenbildes“. Weitere alte Königsschilder sind von 1757, 1758, 1766, 1774, 1777, 1782, 1783. Die Schilder tragen neben der Namensbezeichnung des Königs, der Jahreszahl zum Teil Abbildungen des hl. Sebastianus, des hl. Martinus (Kirchenpatron) und der Mutter Gottes. Das Schild von 1777 trägt den frommen Spruch: „Brüder seyd ihr in Noth oder Pein - Klagts Martini, er wird Hülffer seyn“. Das meiste Königssilber ist wie die alten Fahnen durch Kriegseinwirkung verloren gegangen. 
Zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der Prozession auf Gottestrachtstag wurden 1776 Hauptmanns- und Leutnantsstelle neu eingeführt. Die Offiziersstellen und die Fähnrichstelle wurden wie allgemein üblich öffentlich versteigert. 
Wie auch sonst war die Teilnahme der Schützen mit Gewehr an der Gottestracht Ehrensache. Ebenso mußte jeder am Patronatsfest dem Hochamte beiwohnen. 
Bei der Beerdigung eines verstorbenen Bruders oder dessen Ehefrau mussten alle Mitglieder der Bruderschaft am Sterbehause erscheinen und die Leiche mit Trommel und Fahne bis zum Grabe begleiten, und dem Seelenamt beiwohnen. Das Nichterscheinen wurde mit 1 Gulden geahndet, wovon die Hälfte den Armen 
zufloss. 
Alljährlich feierte die Bruderschaft ihr Schützenfest. Im ersten Weltkrieg ruhte das Leben in derselben. Nach Überwindung der Schwierigkeiten mit der Besatzung blühte es wieder auf. Ein denkwürdiger Tag ist der 28. 8. 1932, als die Bezirke ]Jülich, Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg, Gangelt und Aachen der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus eine Wallfahrt zum Muttergottes Heiligtum nach Aldenhoven veranstalteten ...“

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Das Alter

 

Das genaue Alter der Aldenhovener Schützenbruderschaft ist unbekannt. Ein ,,Schicksal“, das wohl alle mittelalterlichen Bruderschaften tragen müssen. Der Historiker ist gehalten, als ,,offizielles“ Gründungsjahr das der ersten urkundlichen Erwähnung zu nehmen. Das wäre die Linnicher Notiz von 1457. 518 Jahre Aldenhovener Schützen also nach strengsten Kriterien zu belegen. Aber die Sache hat einen Haken. Einen, der die Bruderschaft noch älter macht. Gemeint ist die Markfeste. 1397 wird Aldenhoven als stark befestigt beschrieben. Edmund von Dynter (gest. 1448):,,Villam sive municionem de Audenhoven, fossatis et vallo clausam, forticatam et bene communitam“, sagt der Schreiber der Herzöge von Brabant und meint ,,den Landort oder auch die Festung von Aldenhoven, das von Gräben und einem Wall umschlossen ist, wehrhaft und gut verschanzt.“ Wo Festungsmauern, da auch Schützen. Liegen die Ursprünge unserer Sebastianer in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ? Bei 1380, mutmaßt Dr. Moritz Aldenhovens erste urkundlich genannte Mauern waren trotz des Brabanter Lobes nicht allzu sicher. Der Eroberung von 1397 folgt die Stürmung von 1433. Diesmal schauen die Gelderner recht unliebsam vorbei. Gegen bestimmte Rechte verpflichten sich die Aldenhovener zum Bau einer neuen, besseren Festungsanlage. Von 1469 ist da die Rede. Aber halt! 1469 Verpflichtung zu neuem Festungsbau. Jedoch zwölf Jahre zuvor, 1457 schon, lassen sich Aldenhovener Schützen in Linnich sehen. Nun, die alte Festung dürfte nach 1433 weiter bestanden haben, vielleicht etwas ramponiert. Zum gründlichen Zerstören jedenfalls werden die Herren aus Geldern auf ihren 1200 Pferden, mit denen sie kamen, keine Zeit gehabt haben. 
Wie dem auch sei. 1380, 1397, 1433, 1457, 1469. Wo liegt hier der Anfang ? Ich entschied mich für 1450. Exakt die Mitte des 15. Jahrhunderts. Mag da wer denken, was er will. 1450 wird es sie gegeben haben, weil es da schon den Wall und die Mauern gab. Keinen Streit um einzelne Jahre also, um einen Hauch in der Geschichte. Mehr als ein halbes Jahrtausend Aldenhovener Schützen sind verbürgt. 525 Jahre. Eine stolze Gewissheit für jeden, ein stolzer Tag für jeden, der ihren Rock trägt.

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Zwischen den Kriegen

 

Aldenhoven und die St. Sebastianus Schützenbruderschaft zwischen den deutschen Kriegen unseres Jahrhunderts. Eine bewegte Zeit dies. Politischer Kampf unter den Völkern und in den Völkern. 
Von dem, was damals zur Zeit der Weimarer Republik und des nachfolgenden Dritten Reiches in Aldenhoven geschah, gibt es nur wenig an schriftlichen Belegen. 
1915, im ersten Kriegsjahr, als Deutschland noch fest an den Sieg glaubte, und die, die es damals schon besser wussten, ihr Wissen allenfalls ausländischen, ,,neutralen“ Zeitungen preisgaben, in diesem Jahr 1915, als der Stellungskrieg gerade erst erfunden wurde und die Zeit der Phyrrusopfer in den Grabenkämpfen hereinbrach, schossen die Aldenhovener Schützen den letzten König aus, der sein Amt im Zeichen des preußischen Adlers antreten sollte. Doch als die Hohenzollern 1918 gingen, da blieb er. Gerhard Gillessen. Sie nannten ihn den ,,ewigen König“. Denn mit dem Schützenwesen war es fürs erste vorbei. In den letzten drei Kriegsjahren war natürlich an Schützenspiel, Hurrageschrei und Kirmesfreuden nicht zu denken. Die, die es hätten betreiben können, verbluteten im Westen oder lagen im Osten, die, die zu Hause geblieben waren, hatten andere Sorgen. 
Das Ende des Krieges aber ließ in Aldenhoven wieder Fahnen flattern und Uniformen durch die Straßen ziehen. Es waren wieder einmal französische Fahnen und französische Uniformen. In Aldenhoven lag während der Zeit der Rheinlandbesetzung eine alliierte Kommandantur. Von 1918 bis 1928. 1918 bis 1919 waren es Belgier. Dann bis 1927 Franzosen. Das letzte Jahr noch einmal Belgier. Sie hatten ihren Sitz in einem Seitenteil der noch heute an ihrem Platz stehenden Apotheke. Vor dem Haus wehte stolz die Trikolore. Schilderhäuschen beherbergten die Doppelwache. 
Eine Alpenjägereinheit lag zudem in der Schule gegenüber dem alten Turm. Sie hatte sich hinter dem Gebäude, dort, wo seit einiger Zeit ein neuer Schultrakt liegt, einen Küchenschuppen errichtet. 
Auf dem weiten flachen Feld, links von der B1 in Richtung Engelsdorf, wo neuerdings die Linie der neuen Autobahn das Terrain zerschneidet, lag sogar ein französischer Feldflughafen.

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Prinzenkette 1959

 

Ein ritterlicher Offizier

 

Anders als ihre Landsleute von 1801 duldeten die Franzosen zunächst keine Schützenuniformen auf der Straße. Und eine Waffe in deutscher Hand, das war ein Ding der alliierten Unmöglichkeit. So ruhte das Schützenwesen, aber es lebte fort - in Gerard Gillessen, dem ewigen König. Mit seinem Tod in den frühen zwanziger Jahren leistete er der Bruderschaft seinen vielleicht größten Dienst. Denn zu seiner Beerdigung durften die Schützenbrüder erstmals wieder in Uniform und Marschformation durch Aldenhovens Straßen ziehen. Ihre alte Fahne vorneweg. 
Ein Pützdorfer Bürger namens Hansen hatte mit den Franzosen verhandelt. Hansen war Ballonflieger gewesen, was ihm den Rufnamen ,,der Luftschiffer“ einbrachte. Das wichtigste aber, er konnte sehr gut französisch sprechen. Und er erreichte, dass die Sebastianer ihren König nach altem Brauch würdig und in Uniform zu Grabe tragen konnten. Der französische Kommandant tat noch ein übriges. Als der Trauerzug beim Marsch von der Kirche zum Friedhof die Apotheke und damit die Kommandantur passierte, ließ der Offizier die Wache raustreten und präsentieren. Eine Geste des Anstands und der Ritterlichkeit. Etwa in den Jahren 1922/23 lockerte die Besatzung das Uniformverbot. Die rheinischen Schützen hatten wieder einmal überlebt.

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Bürgerschützen

 

Die nächsten, die sie in ihrer alten Form nicht belassen wollten, waren die Nationalsozialisten. Die Aufhebung des Aldenhovener Amtsgerichtes war die Folge einer Verwaltungsreform und nicht einer Weltanschauung. Altaldenhovener nehmen sie den Nazis trotzdem noch heute übel. Sie sollte hier jedoch nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Für die Schützengesellschaft unangenehmer die ja auch weitgehend durchgeführte Absicht der neuen Herrscher, Verbände und Organisationen gleichzuschalten. Das betraf auch die rheinischen Schützenbruderschaften. Das ,,Führerprinzip“ sollte eingeführt werden. Mehr als die Hälfte eines Bruderschaftsvorstandes in der NSDAP sein. Auf einer Versammlung im damaligen Lokale Firmenich entschlossen sich die Aldenhovener Schützen zu einer ähnlich auch andernorts angewandten Gegentaktik. Sie veranlassten die Gründung einer zweiten Bruderschaft. So gab es ab 1935 in Aldenhoven neben der St. Sebastianus Schützenbruderschaft die ,,Bürgerschützen“. Als Aushängeschild gegenüber den Nazis. Per Los bestimmten die Schützen auf jener denkwürdigen Versammlung vor 40 Jahre sieben Mitglieder, die aus der Sebastianus Bruderschaft aus- und in die Bürgerschützen einzutreten hatten. Inoffiziell freilich blieben sie der alten Bruderschaft gerne zugetan. 1945 verschwanden die Bürgerschützen ebenso rasch wie das Parteibuch ihres Schützenmeisters. 
Der 2. Weltkrieg brachte für die alte Bruderschaft den Verlust der ihr verbliebenen Protokollbücher und ihrer beiden Fahnen. Geblieben sind ihr die Königskette, der Schellenbaum, die Festschrift des Dr. Moritz und zwei Statuten. Eines von 1849 und das zweite von 1908. 
Die Kette ist heute getrennt worden. Auch der ,,Vizekönig“, der Würdenträger des Vorjahres also, soll sein Teil am gewichtigen Silber mit tragen. Der Schellenbaum hat ein hohes Alter. An seiner Spitze ist ein metallener Vogel befestigt, an dem in früheren Jahren ein G1öckchen hing. In das G1öckchen war die Jahreszahl 1803 und der Vermerk eingraviert, dass die Aldenhovener Adelsdame Cäcilie von Loevenich die Stifterin sei. Die gleiche von Loevenich, die im frühen 19. Jahrhundert der Kirche eine Monstranz zur Schenkung machte?

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Ein neuer Anfang nach dem Krieg

 

Der zweite Weltkrieg brachte die Aldenhovener Schützenbruderschaft um ihre alten Protokollbücher. Fahnen und andere Ausrüstungsteile gingen verloren. Trotzdem, der Schützengedanke überlebte. Am 29.6. 1948 machen auf Anregung von Wilhelm Berg und Wilhelm Schnabel 30 Mitglieder die Bruderschaft wieder auf. Im neuen Protokoll heißt es dazu: 
,,In der Zeit von 1944 bis 29. 6. 1948 wurde kein Protokollbuch geführt. Alle Bücher sind durch Kriegseinwirkung vernichtet worden. Am Tage der Eröffnung besteht die Bruderschaft aus 30 Mitgliedern.“ Die 30 von 1948 waren laut Protokoll: 
Pfarrer Hauel als Präses, Gerhard Weinberg, Heinrich Göbbels, Franz Göbbels, Tillmann Berg, Wilhelm Berg, Gerhard Plum, Willi Drese, Jakob Schnabel, Willi Schnabel, Johann Sommer, Hubert Nelles, Jakob Blees, Arnold Dürbaum, Josef Engländer, Fritz Engländer, Hermann Firmenich, Josef Firmenich, Heinrich Giernich, Leanard Giernich, Willi Gebhard, Josef Kupper, Josef Weinberg, Willi Weinberg, Peter Zimmermann, Lambert Weinberg, Josef Gillessen, Gerhard Hoven und Josef Neulen. 
Als Ehrenmitglieder werden im Protokoll Karl Uerlichs, Arnold Holzkamp, Jakob Klugen und Hubert Emunds aufgeführt. 
Zum ersten Brudermeister der Nachkriegszeit wählen die Schützen Gerhard Hoven. Sein Vertreter wird Gerhard Weinberg. Nach altem Brauch wird der Vorstand auf sieben Mitglieder begrenzt. Es sind neben dem 1. und 2. Vorsitzenden die Schützen Ernst Glogau, der die ersten Nachkriegsprotokolle schrieb, Heinrich Göbbels, Tillmann Berg, Franz Göbbels und als Hauptmann Willi Schnabel, der heutige Ehrenbrudermeister. 
Weiter heißt es im Protokoll: 
,,Die Wahl war geheim und wurde einstimmig angenommen. 
Zu 2: Die Bruderschaft war am Tage ohne Kassenbestand. Der Betrag von 592,70 Reichsmark ist nach der Währung (20. 6. 1948) der Kreissparkasse durch Quittung übergeben worden. 
Zu 3: Die Beschaffung der Abzeichen, Diplome, Fahnen usw. wurde dem Schriftführer übertragen.“

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Schülerprinzenkette 1974

 

Ein Kredit für die Fahne

 

Am 20. Januar 1949 beschließen die Schützen den Kauf einer Fahne für den stolzen Preis von 785 DM. Am 25. April des gleichen Jahres holte der unentwegte, seit fünf Jahrzehnten aktive Tillmann Berg die Fahne von der Fabrik ab. Was für ein Tag für die Bruderschaft und vor allem für die alten Schützen, die weit bessere Tage gesehen hatten als die des völlig zerstörten und gedemütigten Deutschlands. 
Die Finanzierung der inzwischen 26 Jahre alten Fahne wurde zur Hauptsache durch einen Kredit gesichert, den Fritz Engländer bei der Kreissparkasse ,,lockermachte“. 100 DM steuerte Gerhard Hoven bei, 50 DM Hubert Nelles. Am 27. April 1949 beschloß die Bruderschaft den Kauf der ersten Uniformen. 14 Stück sollten es für den Anfang sein. Zum 26. Mai klären die Schützen die Königsfrage. Da sie nach Besatzungsstatut keine Waffen gebrauchen dürfen, wählen sie den ersten König der Nachkriegszeit. Sie entscheiden sich für Hubert Nelles. 
Die alten Protokolle der späten vierziger und frühen fünfziger Jahre sprechen die Sprache eines erstaunlichen Durchhaltewillens. Fast zu jeder Versammlung können neue Schützenbrüder aufgenommen werden. Die Einsatzfreude der einzelnen Mitglieder ist von einer beispielhaften Größe. Das erste Schützenfest nach der nationalen Katastrophe wird zu einem der schönsten in der Geschichte der Bruderschaft. Vielleicht, weil hinter allem, was geschehen war, ein energisches ,,Trotzdem“ stand. ,,Tausend Jahre“ brauner Diktatur, sechs Jahre Krieg, die Zerstörung der Heimat und die Teilung der Nation waren über die Menschen hereingebrochen, aber das bodenständige und bei aller Geselligkeit nüchterne Schützenwesen lebte. Lebte in einer Zeit der Not, der Beschränkung, aber auch des Zusammenhalts. Vom Schützenfest 1949 schreibt die Zeitung:

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Der Schießstand

 

Seit eh und je schossen die Aldenhovener Schützen den Königsvogel auf dem Kirchhof der alten Kirche. 1812 wechselte man den Ort und schoss ,,auf dem P1ätzgen auf der Kommen“. Die betreffende Stelle ist etwa da zu vermuten, wo die heutige Eisenbahn den Pützdorfer Weg schneidet. 1849 konstituierte sich die Bruderschaft als ,,St. Sebastianii Schützengesellschaft“ neu. Zunächst wurde es laut einem damaligen Protokollbuch ,,der freien Konkurrenz derjenigen Wirte überlassen, die zur Gesellschaft gehören“, einen geeigneten Schießplatz zu stellen. Dieses Verfahren scheint aber nicht zur Zufriedenheit der Schützen funktioniert zu haben, denn 1859 beschlossen sie, sich einen eigenen Schießplatz einzurichten. Ferner schufen sie vorerst das Vogelschießen ab. Der König soll durch Scheibenschießen ermittelt werden. Dr. Moritz berichtet: 
,,Durch Schreiben des Bürgermeisters Lußem vom 29. April 1861 ist die Einrichtung des Scheibenstandes und die Aufstellung der Vogelstangen in der Sandgrube bei der Köttenicher Mühle gestattet worden.“ Diese Regelung besaß für 70 Jahre ihre Gültigkeit. Dann wurde mit Conrad Esser ein Vertrag abgeschlossen, von dem es in einem Schriftstück, dessen Original in Händen von Willi Lützenkirchen ist, im Wortlaut heißt: ,,Die Vereinigten Vereine von Aldenhoven, und zwar die St. Sebastianus Schützengesellschaft und der Kriegerverein, verhandelten schon seit längerer Zeit wegen der Anlage eines neuen Schießstandes. Verschiedene Pläne waren schon entworfen. Herr Conrad Esser als Saalbesitzer und Grundstückseigentümer bot sich nun an, den genannten Vereinen einen Schießstand auf seiner Wiesenparzelle unentgeltlich bauen zu lassen. Unter Vermittlung des Herrn Bürgermeister Lürken kam am 24. März 1930 ein diesbezüglicher Vertrag zwischen dem Herrn Conrad Esser und dem derzeitigen Pächter der Gastwirtschaft Esser, Herrn Wilhelm Niehsen einerseits und den Vorständen der genannten Vereine andererseits, zustande. Die Bauarbeiten wurden nun dem Unternehmen Herrn Mathias Leufen aus Dürboslar, die Schreinerarbeiten dem Schreiner Josef Meurer von hier übertragen. Da Herr Conrad Esser für längere Zeit von Aldenhoven abwesend war, übernahm Herr Peter Werth die Aufsicht und Finanzierung des Unternehmens. Dank der aufopfernden Mitarbeit verschiedener Schützen und Krieger, insbesondere des Schützenhauptmann Hermann Weidenhaupt, wurde der Schießstand so weit fertiggestellt, dass am 4. Mai die Einweihungsfeier stattfinden konnte. 
Herr Bürgermeister Lürken hielt an diesem Tage auf der Festwiese vor versammelten Schützen und Kriegern und sonstigen Zuschauern eine Ansprache, dankte der Opferwilligkeit des Herrn Conrad Esser und ermahnte die beiden Vereine zur steten Einigkeit, was durch den gemeinsam zu benutzenden Schießstand wohl nun erreicht sei. Nach dieser Ansprache gab Herr Esser auf die Scheibe den ersten Schuss ab und traf gleich die Nummer 10. Der zweite Schuss wurde von Herrn Bürgermeister Lürken und der nächstfolgende Schuss von Herrn Pfarrer Müllers, welcher ebenfalls bei der ganzen Feier zugegen war, abgegeben. Nachdem die Ehrengäste ihre Schüsse abgegeben hatten, begann das Schießen für die beiden Vereine. Herr Willi Drese von hier errang als erster auf dem neuen Schießstand die Königswürde. 
Dieses Dokument, welches der späteren Generation von der Opferwilligkeit des Herrn Conrad Esser und der Einigkeit der vorgenannten Vereine Zeugnis ablegen soll, ist unterzeichnet worden zu Aldenhoven am 8. Mai 1930 von: 
Lürken, Bürgermeister; Müllers, Pfarrer; Peter Werth.“ Weiter unterschreiben für die Schützenseite Hermann Weidenhaupt, NN. Berg, Hubert Neulen, Franz Göbbels, Hubert Minkenberg, Willi Drese, Heinrich Giernich. Seitens des Kriegervereins lesen wir die Namen L. Cremer, Herm. Anderheiden, Josef Gebhardt, Willi Berg, Jos. Bergstein, Dr. Franz Hütter, Franz Göbbels und zwei weitere, nicht genau entzifferbare Unterschriften. 
Für den Unternehmer zeichnete anstelle von Mathias Leufen Johann Leufen, als Inhaber der Wirtschaft leistet Wilhelm Niehsen eine Unterschrift. In den 50er Jahren verlegen die Schützen den Schießstand auf eine Wiese hinter der Gaststätte Beyhs. Ende der 60er Jahre steht die Bruderschaft aus in späteren Jahren zu erläuternden Gründen ohne Stand da. Ein Kleinkaliberschießen war seitdem für die Schützenbrüder nicht mehr möglich. Mit Luftgewehr wird provisorisch im Pfarrheim und der Schmiede Schnabel geschossen. 1974 richten sich die Schützen mit einer neuen Luftgewehranlage im Keller der Hauptschule an der Schwanenstraße ein. Regelmäßiges und aufgrund der widrigen Umstände vergangener Jahre unterbrochenes Übungsschießen kann wieder aufgenommen werden. Die Teilnahme an den Bruderschaftsvergleichskämpfen ist wieder möglich. Aus dem Provisorium wird eine Dauereinrichtung. Die Schützen arbeiten die Kellerräume zu einem anerkannt guten Luftgewehrstand um. Am 25. Januar 1975 übergibt Brudermeister Richard Schönen dem Schießmeister Rudi Jordans offiziell die Schlüssel. Neben der Schützenfamilie wohnen die Vertreter von Rat und Verwaltung der Feierstunde bei. Erster König durch Vogelschuß bei verdeckter Liste wird auf dem neuen Schießstand Reinard Sommer.

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Königskette 2000

 

Zahlenspiele

 

1908 zählte die Bruderschaft 5 Ehrenmitglieder, 14 Vorstandsmitglieder, 38 aktive und 10 inaktive Mitglieder. Das machte zusammen 67 Mann. Bei einer Bevölkerung von 1200 Einwohnern waren das 5 Prozent. Legt man nur die rund 600 männlichen Bürger zugrunde, dann war immerhin fast jeder neunte Aldenhovener in der Bruderschaft. 
1975 umfasste die St. Sebastianus Schützenbruderschaft 62 aktive und 52 inaktive Schützenbrüder. Zu den Aktiven sind die Jungschützen mitgezählt, nicht eingerechnet wurden die rund 25 Schülerschützen. Geht man von einer Gesamtschützenzahl von 110 aus und setzt die Einwohnerzahl des Zentralortes Aldenhoven mit 7500 an, ergibt sich, dass 1,5 Prozent der Bevölkerung bei den Schützen dabei sind. Die männliche Einwohnerschaft mit etwa 3800 geschätzt, würden einen Satz von 3 Prozent der Aldenhovener ausmachen, die der Schützenbruderschaft aktiv oder inaktiv angehören. Hierbei muss allerdings gesagt werden, dass die Bindung der Inaktiven an die Bruderschaft in den meisten Fällen nur sehr lose ist. 
Aus der Zeit von 1908 finden sich 1975 immer noch die Familiennamen Baumann, Breuer, Colling, Esser, Hommelsheim, Meurer, Nelles, Plum, Schnabel, Sommer, Wings und Zimmermann. Verwandtschaftliche Beziehungen bestehen allerdings nicht bei jeder Namensgleichheit.

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Die Bruderschaft in den 70ern

 

Auf den weiteren Lauf der Aldenhovener Bruderschaftsgeschichte seit 1949 einzugehen, möchte ich späteren Jahren vorbehalten. Die Unterlagen dazu sind vorhanden und heute im Besitz von Brudermeister Richard Schönen. Aus den letzten 26 Jahren ganz sicher erwähnenswert das Bundesfest von 1956. Es war in seiner Art das bis dahin unumstritten schönste und fand eine geradezu emphatische Beschreibung in der Presse. 
Die Bruderschaft erlitt seitdem auch Rückschläge und hatte es schwer sich zu behaupten. Es gelang. Das Kapitel der 50er und 60er Jahre zu schreiben, wird für den Heimatchronisten eine reizvolle Aufgabe sein. Besonders wird er dann von den Jungschützen sprechen müssen, die Mitte der sechziger Jahre die besten Schießergebnisse weit und breit erzielten. 
Heute stellten die St. Sebastianus Schützen aus Aldenhoven im Schützenbezirk Jülich eine bedeutende Bruderschaft dar. Zwar stehen die großen schießsportlichen Erfolge nach nur einem Jahr des wiederaufgenommenen Übungsschießens noch aus, aber modern und schlagkräftig organisiert, mit einer sachkundigen Vereinsführung und einer beachtlich stärker gewordenen Zahl der aktiven Mitglieder weist ihr Weg nach oben. 
Wesentlich ist dabei, dass sich die Bruderschaft wie noch nie in ihrer Geschichte um den Nachwuchs bemüht. In früheren Generationen hatten die Schützen in dem kleinen Landflecken Aldenhoven derartiges nicht nötig. Wer in der Gemeinschaft etwas gelten wollte, mui3te einem der wenigen Vereine angehören. Die Mitarbeit im Verein füllte die gar nicht so reichliche Freizeit aus. Um ihren Bestand auch im Zeichen der soziologischen Veränderungen in der Gemeinde Aldenhoven garantieren zu können, rief die Bruderschaft schon 1952 eine Jungschützengruppe ins Leben. Stolz und Augapfel des Vereins aber ist ganz sicher die seit 1974 bestehende Schülerschützengruppe, für deren Aufbau 
Josef Ortmanns und Dieter Goeres verantwortlich zeichnen. Die Gruppe zählt mehr als 20 Jungen. Ihre Begeisterung für das Schützenwesen wird nach Hoffnung der Altschützen auch mit ansteigendem Alter anhalten. Wie die Alten, so die Jungen. Seit 1952 schießen die Jungschützen eine eigene Prinzenkette aus, seit 1975 gibt es eine Kette für den Schülerprinzen.

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